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DEAL: DIE SENSATION IST GEPLATZT
04.11.2011


Die Zeitungen hatten schon von der Übernahme des Gebäudedienstleisters ISS durch die britische G4S berichtet. Daraus wird nun doch nichts, die Anleger verhinderten den größten Deal des Jahres und das Entstehen eines Konzerns mit 1,1 Millionen Mitarbeitern.

Es wäre die Übernahme des Jahres geworden. ISS hätte an G4S verkauft werden sollen. Willkommen im Konjunktiv – der Deal ist geplatzt.

5,9 Milliarden Euro hätte die Sicherheitsfirma G4S aus Großbritannien für den dänischen Dienstleistungskonzern gezahlt. Dieser hatte sich in den letzten Jahren von einem Reinigungskonzern immer stärker zu einem umfassenden Facility Service Anbieter entwickelt. Und er musste immer stärker wachsen, seitdem er in Besitz zweier Finanzinvestoren (EQT und Goldman Sachs) war. Firmenkäufe und Druck aufs Management waren an der Tagesordnung. Langzeit-Geschäftsführer Michael Maximilian trennte sich auch in dieser Periode von dem Unternehmen und fand nach einer Auszeit nun eine Position bei der Reiwag.




Nun scheinen die Gebäudedienstleistungen den Heuschrecken nicht mehr zu schmecken. Es ist bereits der vierte Versuch, den Konzern mit einem Jahresumsatz von zehn Milliarden Euro zu verscherbeln.  Vor fast einem Jahr scheiterte der Verkauf  an den Investor Apax Partners, damals wurde noch ein Preis von 6,2 Milliarden vereinbart. Eine neuerlicher Börsegang (ISS war früher schon mal börsenotiert) ging ebenso daneben.

Aber auch die Anleger von G4S wollten ISS nicht. Als der bevorstehende Ankauf bekannt wurde, rasselte der Kurs von G4S, dem weltgrößten Sicherheitsdienstleisters, um 20 Prozent Richtung Keller. 2,3 Milliarden Euro hätte G4S gebraucht, es wäre die größte Kapitalerhöhung von heuer in UK. Viele Anleger sahen auch eine zu starke Differenzierung, sollte ISS zu G4S hinzukommen, schließlich konzentriert sich letzterer ausschließlich auf Sicherheitsthemen. Gemeinsam hätten die beiden personalintensiven Unternehmen über eine Million Mitarbeiter gezählt.



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