SERVICE
Wir beraten Sie gerne.
Professionell, persönlich
und kostenlos.

+43 (1) 205 215
Kontakt Telefonnummer
Home News
NEWS
 

KIRCHE – ZU VERKAUFEN
11.01.2012


„Mein Haus soll ein Bethaus heißen, ihr aber macht eine Räuberhöhle daraus.“ Muss eine Kirche immer eine Kirche bleiben oder darf sie auch anders genutzt werden? Darf man sie verkaufen? Manchmal bleibt gar nichts anderes über. Beispiele aus anderen Ländern zeigen, wie gut eine Nachnutzung funktionieren kann.

In den Niederlanden ist der Umgang mit „heiligen“ Häusern ein anderer als im alpinen Österreich. Da wurde bereits in ein ehemaliges Gotteshaus ein Einkaufszentrum gebaut. Das ist wohl das plakativste Beispiel, andere wirken da schon durchaus sympathischer: Glückundseligkeit heißt etwa das stylische Lokal, das in der Martinikirche im deutschen Bielefeld untergebracht ist. Hier verschwimmt iMac-Ästhetik mit spiritueller Architektur der Neugotik. Warum auch nicht, schließlich ist eine Kirche primär ein Bauwerk mit allen dazugehörenden Eigenschaften – es muss etwa erhalten werden und das kostet.

 

Den professionellen Umgang mit Gebäuden haben reiche Stifte wie Klosterneuburg oder Admont längst begriffen. Immobilien sind sogar eine der wichtigsten Anlageformen für die konservativ denkenden Investoren. Da gehört ein aktives Portfoliomanagement dazu, also das taktische Zukaufen und Abstoßen von Objekten. „Für die Kirche hat zu gelten, was für jeden anderen Immobilienbesitzer auch gilt: Wer sein Bauwerk nicht mehr erhalten kann oder will, muss er verkaufen“, fordert etwa Niko Alm, Mitinitiator des Volksbegehrens gegen Kirchenprivilegien und erzählt von einer Kirche in Salzburg, die von der Bundesimmobiliengesellschaft saniert werden musste. Kosten bislang: 3,7 Millionen Euro. Spätestens ab diesem Zeitpunkt muss sich der Steuerzahler fragen, ob er nicht mit einer Umnutzung des sakralen Gebäudes zurechtkommen würde.

 

Denn besser ein Nahversorger als eine leere, verfallende Kirche. Das dachten sich auch die Anrainer in Helmond in den Niederlanden und seitdem kaufen sie wohl in einem der schönsten Supermärkte namens Super de Boer ein. Im Belgischen Viertel in Köln wartet das Restaurant Hopper dank der Hülle, die eine Kapelle war, mit einem ganz besonderen, spirituellen Flair auf. Vielleicht findet in diesen Räumen ja auch Kommunikation und Gemeinschaft statt – es muss ja nicht gleich ein Shoppingcenter sein ...




Zurück zur News-Übersicht