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KREDITE SIND VERGANGENHEIT, EIGENKAPITAL IST „IN“
21.02.2012
Die Immobilienwirtschaft denkt um: In Zeiten der Kapitalklemme gibt es kaum mehr Kredite von Banken. Gefragt sind neue Ideen zur Finanzierung und neue Tugenden - kurzfristige Renditen etwa sind Schnee von gestern.
„Bleibt alles anders“ hatte Herbert Grönemeyer gesungen und damit sicher nicht die Immobilienbranche gemeint. Ob es der Gebäudewirtschaft nun passt oder nicht – sie muss sich gerade auf völlig neue Gegebenheiten einstellen. Zwei große Trends sind hier zu verzeichnen. Zum einen stellt sich die Frage, woher in Zukunft das Geld für Immobilien kommt? Jedenfalls nicht von Banken, diese horten unglaubliche Beträge selbst, um den verschärften Eigenkapitalanforderungen gerecht zu werden. Nach einer groß angelegten Umfrage von ULI und PwC erwarten 42 Prozent der Kreditanbieter, dass die Verfügbarkeit von Krediten leicht geringer sein wird, und 52 Prozent glauben, dass erheblich weniger Kredite zur Verfügung stehen werden.
Alternative Quellen sind Versicherungen, die nun möglicherweise stärker als Immobilienfinanzierer auftreten. Auch die Gruppe der so genannten Family Offices übernimmt langsam die Rolle der Banken – oder auch andere Private Equity Konstellationen, wie etwa „Investments-Clubs“. Das Geld kommt somit aus verschiedenen privaten Quellen, an der Spitze und nach außen hin findet sich meist eine Firma, die bereits einen guten Track Record vozuweisen hat – womit der zweite große Trend ersichtlich wird: das gute Image.
Dieses manifestiert sich unterschiedlich: Nachhaltigkeit hängt den meisten als Schlagwort schon beim Hals heraus, dennoch subsumiert der Begriff viele Geschäftstugenden, die heute gefragt sind, damit Geschäftspartner oder eben auch noch die wenigen Banken, die Kredite vergeben, mit einem zusammen arbeiten: Corporate Social Responsibility (CSR), langfristige Wertsteigerungen statt schnellen Renditen, ökologisch zukunftsfähige Lösungen.
Schafft es die Immobilienwirtschaft diese Werte tatsächlich auf breiter Ebene zu leben, wäre ein großer Schritt in der Entwicklung dieses bedeutenden Wirtschaftszweiges geschafft; dann würde auch eine weitere Zeile Grönemeyers passen: „Der Durchbruch ist nah!“
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