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WOHNUNGEN: DIE ANGST VOR DER BLASE
20.12.2011


Wohnungen sind in den letzten Krisenjahren bei Anlegern immer beliebter geworden – auch institutionelle Investoren haben den Markt entdeckt. Mehr Nachfrage bei weniger Angebot – droht eine Blasenbildung?

Spanien und Irland haben es vorgemacht: der Wohnbauboom hatte die Wirtschaft angetrieben, sogar als EU-Musterschüler wurden die Länder vorgezeigt. Und jetzt? Die Wohnungen stehen leer, die Investoren haben Geld verloren und die Staaten rangieren in der EU ganz hinten. Kann so etwas auch in Österreich passieren?

Um diese Frage zu beantworten, muss man sich die Ursachen einer solchen Blasenbildung genauer ansehen. Dass dies noch zu wenig passiert, kritisierte diese Woche Robert Wieser vom Österreichischen Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen. Selbst internationale Organisationen wie die EU, die Europäische Zentralbank, der Internationale Währungsfonds oder die OECD würden zu wenig Daten über die Wohnungsmärkte kennen. Die EU habe vor kurzem erst beschlossen, dass ein neu eingeführtes Krisenmonitoring auch die Wohnungsmärkte umfassen soll.

 

Als Beitrag zum Verständnis unterschiedlicher Wohnungsmärkte stellte Wieser seine Studie „Stabilisierende und destabilisierende Faktoren auf den Wohnungsmärkten der EU-14“ vor. Die Krisenanfälligkeit von Ländern hänge demnach stark mit der spezifischen Ausgestaltung der Wohnbaufinanzierungssysteme, dem Liberalisierungs- und Deregulierungsgrad der Hypothekenmärkte, der Struktur des Wohnungsmarktes und Wohnungsangebotes sowie der Akteure am Wohnungsmarkt zusammen. Für Österreich, so der Experte, gelten hinsichtlich dieser Faktoren vollkommen andere Rahmenbedingungen, weshalb eine Blasenbildung wie in Spanien oder Irland so nicht stattfinden könne. Schon allein der hohe Anteil an Mietwohnungen (40 Prozent des Gesamtbestandes) ist anders als in Spanien (dort sind bloß 13 Prozent Mietwohnungen) und verhindere daher so ein Spekulationsdestaster. Der Run auf Eigentumswohnungen, den etwa auch der ÖVI vor kurzem konstatierte, ist daher sehr relativ zu sehen.




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